Ein feuchter Keller ist mehr als nur ein Ärgernis. Er riecht muffig, fördert Schimmel und kann langfristig die Struktur des gesamten Hauses beschädigen. Viele Hausbesitzer denken zuerst an eine Außenabdichtung - doch das ist oft teuer, aufwendig oder gar unmöglich. Was bleibt? Die Keller-Innenabdichtung mit Dichtschlämmen. Eine bewährte, kostengünstige und langlebige Lösung, die seit Jahren in tausenden Häusern in Deutschland erfolgreich eingesetzt wird.
Warum Innenaudichtung? Weil Außenabdichtung nicht immer geht
Stell dir vor: Dein Keller ist nass, die Wände tropfen, der Boden ist feucht. Du rufst einen Fachmann. Der schaut sich das an und sagt: „Wir müssten die Außenwand abgraben, die Dichtung erneuern, dann wieder auffüllen.“ Das klingt nach einem Monat Baustelle, Tausenden Euro Kosten und einem halb zerstörten Garten. Und das, obwohl der Schaden nur von innen kommt.
In vielen Fällen ist das gar nicht nötig. Wenn dein Haus an einer Grundstücksgrenze steht, wenn benachbarte Gebäude oder Parkplätze die Außenarbeiten unmöglich machen, oder wenn die Fundamente zu tief liegen - dann ist die Innenaudichtung die einzige praktikable Lösung. Sie funktioniert ohne Aushub, ohne Baustellenchaos, ohne Nachbarn, die sich beschweren. Und sie hält.
Was sind Dichtschlämme? Einfach erklärt
Dichtschlämme sind keine gewöhnliche Farbe. Sie sind ein spezieller, zementbasierter Mörtel, der mit Kunststoffadditiven, Mineralien und Fasern angereichert ist. Das Ergebnis? Ein Material, das wie Beton hart wird - aber flexibel bleibt, Risse überbrückt und Wasser abhält, ohne dass die Wand nicht mehr atmen kann.
Im Gegensatz zu Bitumenbahnen oder Kunststofffolien, die einfach aufgeklebt werden, dringen Dichtschlämme in die Poren des Mauerwerks ein. Sie verbinden sich mit dem Beton, Kalksandstein, Gasbeton oder sogar Holzfaserplatten. Nach dem Trocknen entsteht eine elastische, wasserundurchlässige Schicht, die gleichzeitig Wasserdampf durchlässt. Das ist der entscheidende Vorteil: Die Wand kann „atmen“. Feuchtigkeit, die von innen kommt, verdunstet - statt sich hinter einer Folie zu stauen und Schimmel zu fördern.
Ein bekanntes Produkt in diesem Bereich ist MEM KELLER-INNEN-ABDICHTUNG eine hochflexible, 2-komponentige, faserverstärkte Dichtschlämme, die speziell für drückende Feuchtigkeit entwickelt wurde. Es wird in 5-kg-Packungen verkauft und eignet sich nicht nur für Kellerwände, sondern auch für Badezimmer, wo es unter Fliesen auf Gipskarton oder Spanplatten aufgetragen wird. Es ist lösungsmittelfrei, frostbeständig und hält bei richtiger Anwendung mindestens 30 Jahre.
Wie funktioniert die Abdichtung? Drei Schritte für jede Stelle
Die Keller-Innenabdichtung mit Dichtschlämmen ist kein Einheitsrezept. Je nach Ursache der Feuchtigkeit, wird anders vorgegangen. Es gibt drei Hauptanwendungsgebiete:
- Vertikalsperre - für seitlich eindringendes Wasser (Sickerwasser). Hier wird die gesamte Wand von oben bis unten mit einer mineralischen Dichtschlämme überzogen. Die Schicht muss mindestens 2 mm dick sein, besser 3 mm. Die Wand muss vorher gründlich gereinigt, abgeschrägt und grundiert werden. Keine Staubflocken, kein Fett, kein alter Putz. Sonst hält die Abdichtung nicht.
- Horizontalsperre - für aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden. Hier wird die Dichtschlämme nicht an der Wand, sondern unter der Kellerdecke aufgetragen. Das ist die Stelle, wo das Wasser durch Kapillaren nach oben wandert. Eine horizontale Schicht, etwa 10 cm breit, verhindert, dass es weiter steigt. Bei stark belasteten Kellern wird sie mit einer Injektion kombiniert.
- Bodenplattenabdichtung - für nasse oder aufsteigende Feuchtigkeit im Boden. Die Bodenplatte wird mit einer zementgebundenen Dichtschlämme überzogen, oft mit einer zusätzlichen Schicht aus Sand-Zement-Mörtel als Puffer. Das verhindert, dass Feuchtigkeit von unten durchdringt.
Wichtig: Keine dieser Schichten wird allein funktionieren, wenn die Untergründe nicht vorbereitet sind. Eine feuchte Wand, die nicht abgeschrägt wurde, oder ein staubiger Boden führen zu Abplatzungen. Die Dichtschlämme haftet nur, wenn der Untergrund sauber, fest und leicht angefeuchtet ist.
Was ist besser: Dichtschlämme oder Injektion?
Einige Handwerker empfehlen Injektionen - das heißt, Bohrlöcher in die Wand bohren und ein spezielles Gel oder Harz unter Druck eindringen zu lassen. Das funktioniert gut bei kapillarer Aufstiegsfeuchtigkeit. Aber es hat Nachteile: Es ist teurer, es braucht spezielle Geräte, und es greift in die Struktur ein. Außerdem ist es nicht immer wirksam bei Rissen oder porösen Mauern.
Dichtschlämme hingegen sind einfacher, schneller und decken größere Flächen ab. Sie sind ideal, wenn du nicht nur einen Punkt, sondern die ganze Wand oder Bodenplatte sanieren willst. Sie sind auch besser für die spätere Nutzung als Wohnraum, weil sie dampfdurchlässig sind. Injektionsmittel aus Silikon oder Paraffin können das Mauerwerk „versiegeln“ - was bei Wohnräumen problematisch wird, weil sich Feuchtigkeit nicht mehr entweichen kann.
Ein Fachmann sagt oft: „Wenn du die ganze Wand nass hast - dann nimm Dichtschlämme. Wenn du nur einen Streifen oben am Boden nass hast - dann Injektion.“ Aber in der Praxis arbeiten viele Handwerker heute mit einer Kombination: Injektion für die Horizontalsperre, Dichtschlämme für die Vertikalsperre.
Welche Materialien eignen sich?
Nicht alle Dichtschlämmen sind gleich. Es gibt drei Haupttypen:
- Mineralische Dichtschlämme - basieren auf Zement und Mineralien. Sie sind dampfdurchlässig, frostbeständig und ideal für Wohnräume. Beispiele: MEM KELLER-INNEN-ABDICHTUNG, SikaTop Seal 107, Weber. Sie sind die Standardwahl für Sanierungen.
- Kunststoffmodifizierte Dichtschlämme - enthalten Acrylat oder Polymer-Additive. Sie sind flexibler, haften besser auf schwierigen Untergründen wie Holz oder Gipsplatten. Gut für Nassräume oder sanierungsbedürftige Wände.
- Bitumöse Dichtschlämme - sind wasserundurchlässig, aber nicht dampfdurchlässig. Sie eignen sich nur für technische Räume wie Lagerräume, nicht für Wohnkeller. Sie können Schimmel fördern, weil die Wand nicht atmen kann.
Vermeide billige Produkte aus Baumärkten, die als „Wasserfester Putz“ vermarktet werden. Die meisten davon sind keine echten Dichtschlämmen. Sie halten ein, zwei Jahre, dann bröckeln sie. Investiere in ein Produkt, das als „Dichtschlämme“ oder „Wassersperrputz“ gekennzeichnet ist und die Norm DIN 18534 erfüllt.
Was kommt danach? Putz, Farbe, Fliesen?
Nach der Trocknung der Dichtschlämme (meist 24-48 Stunden) kannst du direkt weiterarbeiten. Die Oberfläche ist rau und saugt - perfekt für Putz oder Fliesenkleber. Du brauchst keinen zusätzlichen Untergrund. Ein normaler Sanierputz oder ein Kalk-Zement-Putz als Schutzschicht ist empfehlenswert, besonders wenn der Keller später als Wohnraum genutzt wird. Der Putz puffert die Luftfeuchtigkeit und schützt die Dichtschlämme vor mechanischer Beschädigung.
Fliesen? Ja, absolut. Viele Hausbesitzer nutzen die Dichtschlämme als Untergrund für Fliesen - besonders in Kellern, die als Fitnessraum, Spielzimmer oder Gästezimmer genutzt werden. Der Kleber haftet hervorragend, und die Abdichtung bleibt intakt.
Wann lohnt sich das? Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Haus in München, Baujahr 1965. Keller ist feucht, Wände sind schwarz von Schimmel, Bodenplatte ist nass. Außenabdichtung unmöglich - Haus steht an der Straße, Parkplatz daneben. Der Besitzer ließ die Innenabdichtung mit einer mineralischen Dichtschlämme durchführen: 35 m² Wandfläche, 12 m² Bodenplatte. Kosten: 2.800 Euro inklusive Vorbereitung, Grundierung und Putz. Ergebnis: Seit drei Jahren trocken. Kein Schimmel. Keine Feuchtigkeit. Der Keller ist jetzt ein gemütlicher Heimkino-Raum.
Das ist kein Einzelfall. In Deutschland gibt es über 1,2 Millionen Keller, die mit ähnlichen Problemen kämpfen. Die meisten davon sind nicht außen abgedichtet - und trotzdem lassen sich über 80 % der Feuchtigkeitsschäden mit einer korrekt ausgeführten Innenabdichtung beheben.
Was du nicht tun solltest
- Keine Folien auf die Wand kleben - die stauen Feuchtigkeit und machen Schimmel schlimmer.
- Keine normale Farbe oder Dispersionsanstrich auf die nasse Wand - die blättert ab, und das Wasser bleibt drin.
- Kein „einfach abtrocknen mit Luftentfeuchter“ - das ist nur Symptombehandlung, nicht Heilung.
- Kein Selbstversuch mit Baumarktprodukten ohne Anleitung - die meisten sind für Außenwände, nicht für Innenaudichtung.
Die Keller-Innenabdichtung mit Dichtschlämmen ist keine DIY-Aufgabe für Anfänger. Aber sie ist auch keine teure Sanierung, die nur Profis können. Ein erfahrener Handwerker macht das in 3-5 Tagen. Und danach hast du einen trockenen, nutzbaren Raum - für Jahrzehnte.
Kann ich Dichtschlämme selbst auftragen?
Ja, aber nur, wenn du Erfahrung mit Putzarbeiten hast. Die Vorbereitung ist entscheidend: Wand muss gereinigt, abgeschrägt, grundiert und leicht angefeuchtet werden. Die Dichtschlämme muss gleichmäßig aufgetragen werden - zu dünn hält nicht, zu dick reißt. Die meisten Hersteller geben Anleitungen, aber ohne Erfahrung lohnt es sich, einen Fachmann zu beauftragen. Ein Fehler kostet mehr als die ganze Sanierung.
Wie lange hält eine Dichtschlämme?
Mit richtiger Anwendung und gutem Material hält eine Dichtschlämme mindestens 25-30 Jahre. Manche Produkte, wie die mineralischen von MEM oder Sika, werden von Herstellern sogar mit 30-40 Jahren Garantie angeboten. Entscheidend ist die Vorbereitung: Wenn die Wand vorher nicht richtig behandelt wurde, kann die Abdichtung schon nach 5 Jahren versagen.
Kann ich Dichtschlämme auch im Badezimmer verwenden?
Ja, und das ist sogar eine der besten Anwendungen. Dichtschlämmen sind ideal für Badezimmerwände, Fußbodenanschlüsse und hinter Wannen. Sie sind dampfdurchlässig, was Schimmel verhindert, und gleichzeitig absolut wasserundurchlässig. Viele Fliesenleger verwenden sie als Untergrund, weil sie besser haften als normale Putzschichten.
Was kostet eine Keller-Innenabdichtung?
Die Kosten hängen von der Fläche und dem Zustand ab. Für einen durchschnittlichen Keller (30-50 m²) liegen die Kosten zwischen 2.000 und 4.500 Euro. Das beinhaltet Vorbereitung, Grundierung, Dichtschlämme, Putz und eventuell Injektion. Im Vergleich zur Außenabdichtung (5.000-15.000 Euro) ist das eine kostengünstige Lösung. Die Investition zahlt sich durch vermiedene Schadenskosten und nutzbaren Raum aus.
Ist eine Dichtschlämme auch bei starkem Sickerwasser geeignet?
Ja, aber nur, wenn die Dichtschlämme speziell für drückende Feuchtigkeit entwickelt wurde. Nicht alle Produkte sind dafür geeignet. Achte auf die Angabe „drückendes Wasser“ oder „Hydrostatischer Druck“ auf der Verpackung. Produkte wie MEM KELLER-INNEN-ABDICHTUNG oder SikaTop Seal 107 sind dafür zugelassen. Bei sehr hohem Wasserdruck sollte die Dichtschlämme mit einer Drainage oder einer Injektion kombiniert werden.
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