Der Homeoffice-Trend ist nicht mehr eine vorübergehende Ausnahme, sondern ein fester Bestandteil der Arbeitswelt in Deutschland. Im Jahr 2026 arbeitet knapp ein Viertel aller Erwerbstätigen regelmäßig von zu Hause aus - das sind 24,5 Prozent, wie das ifo Institut bestätigt hat. Das bedeutet: Wer heute eine Wohnung vermietet, muss anders denken als noch vor zehn Jahren. Es geht nicht mehr nur um die Anzahl der Zimmer oder die Lage in der Stadt. Es geht darum, ob die Wohnung überhaupt für das Arbeiten von zu Hause geeignet ist.
Was macht eine Wohnung homeofficetauglich?
Eine Wohnung, die 2026 gut vermietet werden soll, braucht mehr als nur ein Sofa und einen Kühlschrank. Sie braucht einen echten Arbeitsplatz. Das bedeutet: Ein eigenes Zimmer, das sich als Büro nutzen lässt, ist der größte Vorteil. Aber nicht jeder hat Platz für ein separates Arbeitszimmer. Deshalb zählt auch Flexibilität: Ein Raum, der tagsüber als Wohnzimmer dient und abends zum Schlafzimmer wird, kann funktionieren - wenn er gut ausgeführt ist. Eine stabile Internetverbindung ist dabei nicht verhandelbar. 9 von 10 Homeoffice-Nutzern in Deutschland sagen, dass eine schnelle und zuverlässige Internetverbindung entscheidend ist. Wenn die Wohnung nur DSL hat, ist das kein Verkaufsargument mehr. Kabel, Glasfaser oder LTE mit mindestens 100 Mbit/s sind heute Standard.Was auch zählt: Lärmisolierung. Wenn die Nachbarn oben den Fernseher aufdrehen oder die Kinder im Flur herumtoben, wird aus Homeoffice schnell Stress. Wohnungen in Altbauten mit dicken Mauern oder modernen Gebäuden mit guter Schalldämmung haben einen klaren Vorteil. Und natürlich: Licht. Ein Fenster, das auf den Garten oder eine ruhige Straße blickt, macht den ganzen Tag aus. Menschen, die fünf Tage die Woche von zu Hause arbeiten, brauchen Tageslicht - nicht nur zum Arbeiten, sondern auch für ihre Seele.
Regionale Unterschiede bestimmen die Nachfrage
Nicht alle Regionen in Deutschland sind gleich betroffen. In Hamburg arbeitet fast jeder Dritte von zu Hause aus - 35,6 Prozent. In Berlin sind es 31,2 Prozent. In diesen Städten steigt die Nachfrage nach Wohnungen mit gutem Arbeitsplatz. Aber es geht nicht nur um Großstädte. Mittelstädte wie Freiburg, Tübingen oder Kassel gewinnen an Attraktivität. Warum? Weil Menschen, die flexibel arbeiten können, nicht mehr zwingend in der Innenstadt wohnen müssen. Ein 50-Kilometer-Commute ist kein Problem mehr, wenn man nur zwei Tage in der Woche ins Büro muss. Viele entscheiden sich deshalb für eine größere Wohnung mit Garten im Umland - und zahlen dafür weniger Miete als in Berlin oder München.Dagegen sinkt die Nachfrage in traditionellen Pendlerregionen, wo die meisten Menschen noch immer jeden Tag zur Arbeit fahren. In Brandenburg, Sachsen oder Teilen Bayerns liegt die Homeoffice-Quote unter 20 Prozent. Dort bleibt die Wohnung eher ein Ort zum Schlafen - nicht zum Arbeiten. Vermieter in diesen Gebieten sollten nicht darauf setzen, dass sich das bald ändert. Stattdessen sollten sie auf andere Zielgruppen setzen: Studenten, Senioren oder Familien mit Kindern, die nicht von zu Hause arbeiten.
Branchen entscheiden, wer wo wohnt
Es macht auch einen Unterschied, was der Mieter beruflich macht. In der IT-Branche, in der Verwaltung, im Marketing oder in der Beratung arbeiten über 34 Prozent regelmäßig von zu Hause. Das sind die Leute, die nach einer homeofficetauglichen Wohnung suchen. In der Pflege, im Handwerk oder im Baugewerbe dagegen liegt die Quote bei unter 5 Prozent. Dort geht es noch immer darum, wie nah die Wohnung an der Arbeitsstelle liegt. Deshalb ist es sinnvoll, die Vermietungsstrategie an der Branche auszurichten. Eine Wohnung in einer Stadt mit vielen IT-Firmen - wie Stuttgart, Düsseldorf oder Frankfurt - sollte als „Arbeitsplatz zu Hause“ beworben werden. Eine Wohnung in einer Industriestadt wie Dortmund oder Chemnitz sollte eher mit Nähe zum ÖPNV oder Parkplätzen punkten.
Die Zukunft: Weniger Büro, mehr Wohnen
Unternehmen passen sich auch an. DHL, SAP und Siemens haben längst erkannt: Ein Büro muss nicht mehr jeden Tag voll sein. Sie setzen auf Desk Sharing, flexible Arbeitszeiten und digitale Plattformen, die Teams auch ohne physische Präsenz zusammenhalten. Das hat eine direkte Auswirkung auf Wohnimmobilien: Wenn weniger Menschen jeden Tag ins Büro müssen, wird die Wohnung zum zentralen Lebensort. Sie wird nicht mehr nur als Schlafplatz gesehen, sondern als Ort der Balance - zwischen Arbeit, Ruhe und Familie.Deshalb wird die Qualität des Wohnens immer wichtiger. Ein guter Arbeitsplatz ist nicht genug. Es braucht auch eine ruhige Umgebung, grüne Nachbarschaften, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und vielleicht sogar einen gemeinsamen Garten oder eine Werkstatt im Haus. Wer heute eine Wohnung vermietet, verkauf nicht nur Quadratmeter - er verkauf ein Lebensgefühl. Und das ist es, was Mieter 2026 wirklich wollen: Stabilität, Ruhe und die Möglichkeit, Arbeit und Leben in Einklang zu bringen.
Was Vermieter jetzt tun müssen
Wenn Sie als Vermieter heute Ihre Wohnung anbieten, sollten Sie drei Dinge tun:- Zeigen Sie den Arbeitsplatz: Machen Sie ein Foto vom möglichen Schreibtischplatz - nicht nur vom Wohnzimmer, sondern vom Raum, der sich als Büro nutzen lässt. Verwenden Sie Wörter wie „arbeitsplatztauglich“, „gute Internetverbindung“ oder „ruhige Lage“.
- Passen Sie die Zielgruppe an: Wer in Hamburg oder Berlin lebt, sollte vor allem IT-Mitarbeiter, Berater oder Freelancer ansprechen. Wer in Brandenburg oder Sachsen wohnt, sollte lieber auf Studenten, Familien oder Senioren setzen.
- Investieren Sie gezielt: Ein schnelleres Internet, eine bessere Dämmung oder ein zweites Fenster im Arbeitszimmer - das sind kleine Investitionen mit großer Wirkung. Eine Wohnung mit Glasfaser und einem abgetrennten Arbeitszimmer vermietet sich 30 Prozent schneller als eine ohne.
Der Homeoffice-Trend verändert nicht nur, wie wir arbeiten - er verändert, wie wir wohnen. Die Zeiten, in denen eine Wohnung nur wegen ihrer Nähe zum Bahnhof vermietet wurde, sind vorbei. Die Zukunft gehört den Orten, die Arbeit und Leben miteinander verbinden. Und das ist nicht nur eine Frage der Lage - sondern der Qualität.
Wie viele Menschen in Deutschland arbeiten 2026 regelmäßig von zu Hause?
Im Jahr 2026 arbeitet etwa 24,5 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland regelmäßig von zu Hause aus. Das entspricht fast jedem vierten Arbeitnehmer. Diese Quote ist seit 2022 stabil geblieben und zeigt, dass Homeoffice kein vorübergehender Trend mehr ist, sondern ein fester Bestandteil der Arbeitswelt.
Welche Regionen in Deutschland haben die höchste Homeoffice-Quote?
Hamburg führt mit 35,6 Prozent, gefolgt von Berlin mit 31,2 Prozent. Auch Städte wie München, Stuttgart und Frankfurt liegen über dem deutschen Durchschnitt. Im Gegensatz dazu haben Brandenburg mit 18,1 Prozent, Sachsen und Teile Bayerns die niedrigsten Quoten. Das liegt an der unterschiedlichen Branchenstruktur: In Hamburg und Berlin gibt es viele Dienstleistungs- und IT-Jobs, in Brandenburg dagegen mehr Industrie- und Produktionsarbeitsplätze.
Welche Ausstattung braucht eine Wohnung für Homeoffice?
Eine homeofficetaugliche Wohnung braucht drei Dinge: Erstens einen abgetrennten Arbeitsbereich - idealerweise ein eigenes Zimmer. Zweitens eine schnelle Internetverbindung - mindestens 100 Mbit/s über Glasfaser oder Kabel. Drittens gute Lärmdämmung und ausreichend Tageslicht. Zusätzlich hilft eine ruhige Lage, ein Balkon oder eine grüne Umgebung, da viele Homeoffice-Nutzer psychisch unter verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit leiden.
Ist es sinnvoll, eine Wohnung für Homeoffice zu renovieren?
Ja, besonders wenn die Wohnung in einer Region mit hoher Homeoffice-Quote liegt. Eine Investition in schnelles Internet, eine bessere Dämmung oder einen separaten Arbeitsbereich erhöht die Mietnachfrage und verkürzt die Vermietungszeit um bis zu 30 Prozent. Die Rendite ist oft höher als bei einer klassischen Sanierung - denn Homeoffice ist heute ein entscheidendes Kriterium für Mieter.
Welche Branchen profitieren am meisten von Homeoffice?
Dienstleistungsbranchen wie IT, Marketing, Verwaltung, Beratung und Finanzdienstleistungen führen mit Homeoffice-Quoten von über 34 Prozent. Im Handel liegt die Quote bei 12,5 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe bei 17 Prozent und im Baugewerbe bei nur 4,6 Prozent. Das bedeutet: Wohnungen in Städten mit vielen IT- und Beratungsfirmen haben die höchste Nachfrage nach homeofficetauglichem Wohnraum.
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