Wenderadius: Was es ist und warum es bei Innentüren entscheidend ist

Ein Wenderadius, der abgerundete Übergang zwischen Türblatt und Türrahmen, der eine reibungslose Öffnung und Schließung ermöglicht. Auch bekannt als Abbruchradius, ist er kein dekoratives Extra – er ist eine funktionale Grundlage für jede hochwertige Innentür. Ohne einen passenden Wenderadius reibt die Tür, knarrt beim Öffnen, oder lässt sich nicht vollständig schließen. Das klingt nach kleinem Problem – doch in der Praxis führt es zu verschlissenen Dichtungen, beschädigten Rahmen und Kunden, die sich beschweren, weil die Tür nicht mehr "sitzt".

Bei Holztüren, maßgefertigte Türen aus massivem Holz oder hochwertigen Holzwerkstoffen, die in Wohnräumen für Langlebigkeit und Ästhetik stehen ist der Wenderadius besonders kritisch. Holz dehnt und zieht sich mit der Luftfeuchtigkeit – ein zu kleiner Radius zwingt das Holz, sich gegen den Rahmen zu stemmen. Ein zu großer Radius macht die Tür unsauber, lässt den Rahmen sichtbar herausragen und wirkt billig. Die richtige Größe? Meist zwischen 10 und 25 Millimeter – abhängig von der Türstärke, dem Holztyp und der Raumluft. In München, wo wir viele Altbauten sanieren, sehen wir oft Türen mit 5-Millimeter-Radien – das ist zu wenig. Die Folge? Risse am Rahmen, verformte Dichtungen, und am Ende eine Tür, die nicht mehr richtig schließt.

Der Türrahmen, der umlaufende Holz- oder Metallrahmen, der die Tür im Wandöffnung hält und mit der Tür im Verbund funktioniert muss exakt auf den Wenderadius abgestimmt sein. Ein Schreiner, der den Radius nicht kennt oder ignoriert, arbeitet nicht präzise – er arbeitet nach Gefühl. Und Gefühl reicht nicht, wenn die Tür Tag für Tag hundertmal geöffnet wird. In modernen, dichteren Wohnungen, wo Luftdruckunterschiede häufiger auftreten, ist ein korrekter Wenderadius sogar noch wichtiger. Er sorgt dafür, dass die Tür nicht an der Dichtung hängen bleibt – und das ist kein Kleinigkeiten, wenn Sie mit einem Kinderwagen oder Einkaufstaschen durch die Tür wollen.

Es gibt keine Norm, die sagt: "Der Wenderadius muss 18 Millimeter betragen" – aber es gibt Praxisregeln, die sich über 40 Jahre Tischlerei bewährt haben. Und die kommen nicht aus einem Buch, sondern aus der Werkstatt. Wir messen den Radius nicht mit einem Lineal, sondern mit der Hand – mit Erfahrung. Denn es geht nicht um die Zahl, sondern um die Bewegung. Die Tür muss sanft gleiten, ohne zu knirschen, ohne zu klemmen, ohne dass Sie sie mit der Schulter schieben müssen.

Wenn Sie eine neue Tür planen – egal ob klassisch oder modern – fragen Sie nach dem Wenderadius. Nicht nach der Farbe, nicht nach dem Design, nicht nach dem Preis. Frag nach dem Radius. Denn das ist der Punkt, an dem viele Anbieter sparen. Und das ist der Punkt, an dem Sie später zahlen.

Unten finden Sie Artikel, die zeigen, wie Wenderadius und andere Details in der Praxis wirken – von Brandschutztüren bis hin zu Holzschutz und Montagefehlern, die man nur sieht, wenn man weiß, worauf es ankommt.

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20 November 2025